Eckbebauung Bundesallee 176/ Badensche Straße 20

SchauBau

Silbernes Mitglied
Seit kurzem ist an bezeichneter Ecke, wo vorher Tankstelle und Autovermietung waren, ein Zaun gezogen und der flache Baubestand sieht nach Abriss aus. Ein Bauschild konnte ich bisher nicht entdecken.

1611006541992.png

Auf (C) OpenstreetMap ist der Bereich bereits als Baugebiet eingefärbt.

1611006657805.png

Die Ecke sieht ziemlich trostlos aus, ...

1611006733177.png

... auch wenn hier die Bundesallee zum Glück unter der Erde verschwunden ist. Viele Ecken hier zwischen Schöneberg und Wilmersdorf leiden an den damaligen Neubaukahlschlägen, die dies hier hinterlassen haben.

1611006785755.png

Ich hoffe ganz dolle, dass hier kein neue Tankstelle entsteht...

(C) SchauBaubilder eigene
 

BerlinerBauleiter

Platin Mitglied
Einfach erfreulich, wenn solch eine brutal hässliche Ecke neue entwickelt wird. Der Bau links daneben wird hoffentlich auch bald ersetzt.

Kurth Immobilien spricht von einer Stadtreparatur, die sicherlich nicht in Form einer neuen Tankstelle erfolgen soll. :p
 

BerlinerBauleiter

Platin Mitglied
Ohje, hoffentlich wird es etwas aktueller. Einen "Vorgarten" braucht an der Ecke doch auch keiner. :rolleyes:
 

Lost

Silbernes Mitglied
...nach meiner Einschätzung gilt der B-Plan. Ist dann quasi unmöglich, an dem vorbei zu kommen. Die Genehmigungsbörden haben immer einen riesen Respekt vor Abweichungen, um keine Präzedenzfälle zu schaffen.
 

F.zuTonne

Aufsteiger
Naja, zur Bundesallee würde eine Blockrandbebauung den Wohnugen an der Südseite der vermutlichen Nr. 177 das Licht wegnehmen. Sieht man ja gut auf Schaubaus sehr informativen Bildern. Insofern ist man dann halt an den Bestand gebunden. Finde ich jetzt nicht so störend, Vorgärten werden nach meinem Eindruck ja sowieso seltenst als Aufenthaltsort genutzt.
 

Urbanista

Mitglied
...nach meiner Einschätzung gilt der B-Plan. Ist dann quasi unmöglich, an dem vorbei zu kommen. Die Genehmigungsbörden haben immer einen riesen Respekt vor Abweichungen, um keine Präzedenzfälle zu schaffen.

Dem ist zum Glück nicht automatisch so. Ich gehe in dem Fall davon aus, dass der Bebauungsplan als funktionslos angesehen wird, aber formal nicht aufgehoben wurde. Dazu gibt es verschiedene juristische Einschätzungen, auf die Schnelle habe ich nur gefunden:

sowie

Ob und inwiefern das hier anzuwenden ist, ist mir nicht bekannt. Aber: Wir haben eine ähnliche Situation an anderen Stellen in der Stadt, in der in der Tat die alten Westberliner B-Pläne, die auf dem alten Baunutzungsplan von 1958 fußen (weiterführende Infos dazu: https://raue.com/aktuell/branchen/i...ert-seine-rechtsprechung-zum-baunutzungsplan/) und offiziell als festgesetzt und somit gültig gelten, da ein B-Plan nicht automatisch irgendwann ausläuft und trotzdem bebaut werden bzw. wurden.

Mir fällt konkret folgendes Beispiel ein:

B-Plan IX - 24 im Geltungsbereich Lietzenburger Str., Württembergische Str., Sächsische Str.:

Laut Bebauungsplan von 1959 müsste die Bauflucht zurückgesetzt werden. Die Altbauten am Olivaer Platz und an der Sächsischen Straße hätten abgerissen werden müssen und eine Neubebauung in der alten Flucht wäre unzulässig. Beide Häuser stehen aber heute noch und die Baulücken wurden in den letzten Jahren nach und nach aufgefüllt, in der alten Flucht und im Gegensatz zu den Festsetzungen der Baugrenzen des Bebauungsplanes. Luftbild dazu:


Vielleicht haben wir hier ja den ein oder anderen Experten des Planungsrechts, der uns aufklären kann.

Alternativ besteht natürlich die Möglichkeit, dass die Neubebauung an der Bundesallee tatsächlich den Vorgaben des alten B-Planes folgt. Somit könnte an die Brandmauer des Wohngebäudes immerhin ein fünfgeschossiger Neubau angebaut werden, entlang der Badischen Straße jedoch nur ein eingeschossiger Flachbau. Aber vielleicht ist das auch alles schon längst planungsrechtliche Makulatur?
 

Lost

Silbernes Mitglied
Du hast Recht. Man kann als Bezirk einen B-Plan verändern bzw. fortschreiben. Das geht auch über das Verfahren eines Bauvorbescheides, ist hier aber m.E. nicht geschehen. In jedem Fall ein formeller Akt.
 
Top