Berliner BausenatorIn & SenatsbaudirektorIn

#1
Frau Lüscher soll offenbar unter der neuen Bausenatorin Lompscher bleiben, so berichtet die BZ.

Damit haben sich wohl viele Kritiker zu früh gefreut. ;)
 
#3
Ich finde die mediale Aufregung etwas too much. Meiner Meinung nach kann man seine Person nach drei Kriterien bewerten und muss nicht unbedingt zum Schluss kommen, dass er keine zweite Chance haben sollte...

1) Stasi-Vergangenheit: Diese war in sehr jungen Jahren und sehr kurz, ich würde eigentlich jedem Menschen eine zweite Chance einräumen, wenn dieser keinem Menschen Schaden zugefügt hat. Es gab nach der Nazi-Zeit unzählige Altnazis in hohen Positionen, denen als "Mitläufer" keine direkte Schuld zugewiesen wurde. Sicherlich kann man dies kritisch sehen, aber beim Holm sehe ich hier vor allem die familiäre Sozialisierung und die Jugend als Schuld mildernd.

2) Der Umgang mit dieser Vergangenheit: Er behauptete, sich an viele Dinge nicht mehr richtig erinnern zu können und versuchte scheinbar nicht so richtig mit der "Wahrheit" heraus rücken zu wollen. Hier würde ich ihm am ehesten noch Unglaubwürdigkeit vorwerfen.

3) Gentrifizierungsgegner und Linker: Holm war sicherlich auch sonst deutlich links und er hatte auch zeitweise Verbindungen in linksextreme Kreise. Aber auch hier..., wieviele z.B. Grüne waren früher bei den Maoisten oder dergleichen und sind heute Vizebundestagspräsidentin oder dergleichen.

Mich stört dabei vor allem, dass die zentralen Themen und Fragestellungen, die in Berlin anstehen in den Hintergrund geraten. Aber nun gut, Bauernopfer müssen immer gebracht werden und auf Herrn Holm hat man sich inzwischen wohl bereits zu sehr eingeschossen.
 

lfniederer

Bekanntes Mitglied
#4
Ich halte ihn für nicht haltbar. Auch die Nonchalance, mit der er die letzten Wochen über das Thema sprach hat ihn nicht wirklich sympathischer gemacht. Seine Lobpreisungen von Herrn Chavez und die dadurch zum Ausdruck gebrachte Verachtung der liberalen Demokratie westlicher Prägung spricht Bände.
 
#6
Sehe das etwas anders als "Berliner Bauleiter"
Es doch nur zu begrüßen, dass über solche Dinge berichtet wird. Gerade wenn es um Sachverhalte aus dem linken Spektrum geht, wird viel zu wenig ausgewogen berichtet.
Siehe rbb Fernsehen oder Radio.
Ich bin selbst auch in der DDR in eine, zumindest väterlicherseits sagen wir mal stark Regime-affinen Hause geboren. Wenn man nicht will und differenziert genug ist, wird man nicht automatisch ein Sympathisant und kann dann später das Elternhaus entschuldigend hervorheben. Herr Holm hat ganz allein die Entscheidung getroffen sich weiter zu idiologisieren. Zudem ist die Realität bei weitem nicht so, dass linksextreme und rechtsextreme Vergangenheiten mit gleicher Gewichtung verurteilt werden. Rechts ist absolutes no go und links "wir waren alle mal jung". Das ist beides gleichwertig zu verurteilen. Wird es aber nicht.
Herr Holm hat Unwahrheiten in seinen Lebenslauf und ist damit in ein hohes Amt gelangt. In jedem Arbeitsverhältnis bedeutet das die Kündigung. Da sollte es gerade für Politiker keine Spezialbehandlung geben und nur ansatzweise über "Chancen" nachgedacht werden.
Es stimmt, dass sowas vom eigentlich Bereich ablenkt aber das ist eben das Ergebnis, wenn Politik Ideologie über Kompetenz stellt und darin ist der Berliner Senat eben gerade ganz groß, leider.

Meine Meinung.
 

BeenTrillBerlin

Silbernes Mitglied
#7
Der Druck wächst !! So wird Regula scharf kritisiert, mit " da muss ich erst drüber schlafen " ist wohl nichts mehr wie der Tagesspiegel berichtet !
 
#9
In einem Interview mit der Welt, wird Frau Lompscher in die Mangel genommen und mit der Bezeichnung "Stillstandssenatorin" konfrontiert. Frau Lompscher reagiert auf die berechtigt kritischen Fragen mit Phrasen wie:

"Aber die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften haben seit Langem nicht mehr gebaut, und sie müssen es neu lernen" (Siehe Artikel)

Hier geht's zum Artikel: Frau Lompscher, sind Sie die „Stillstandssenatorin“ von Berlin? (Welt)
 
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